#Es_ist_Liebe
Jubiläumsspielzeit 2016/17

Alexander Kluge – Hoffnung und Widerstand

Eine Dramatisierung von Sebastian Fust (Uraufführung)

Alexander Kluge wurde am 14. Februar 1932 geboren. Er ist Filmemacher, Fernsehproduzent, Schriftsteller und Drehbuchautor – um nur die wichtigsten Eckdaten zu nennen. Und er ist eines der berühmtesten Kinder Halberstadts.
„Nehmen Sie sich ein Beispiel an den Elefanten und ihrem ausgezeichneten Gedächtnis. Mit ihren klugen Augen können sie in die Geschichte schauen.“ So beschreibt Leni Peickert ihre Zirkuselefanten in Alexander Kluges Film „Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos“ und weckt damit eine zutiefst menschliche Sehnsucht: Zu sehen und zu begreifen. Wie können wir die Geschichte begreifen, die uns nicht loslässt? 
Die Schicksale, unsere Leben, die wir führen, schieben sich zu den Ereignissen ineinander, die wir Geschichte nennen. „Wie oft treffen Seelen in der Zukunft erneut aufeinander, wie hoffnungsfroh begegnen sie einander, ohne dass sie wissen warum.“ Wie kann ein richtiges Leben geführt werden, die Gelegenheit am Schopfe gepackt werden, ohne Kairos, den günstigen Moment vorüberziehen zu lassen? 
Die Erkundung des Phänomens der Geschichte und des Schicksals beginnt in Halberstadt. Wo sonst?! Denn das Nordharzer Städtebundtheater widmet sich mit dieser Produktion dem großen Sohn der Stadt mit einer kaleidoskopartigen Dramatisierung seines Werks.
„Ich muss nämlich mal mit einem grundsätzlichen Missverständnis aufräumen, dass wir Toten nämlich irgendwie tot wären. Wir sind voller Protest und Energie. Wer will schon umkommen? Wir durcheilen, durchforschen die Geschichte. Wie kann ich der Geschichte, die uns alle umbringen wird – entkommen?“
Parallel stellt das Gleimhaus Halberstadt in einer Doppelausstellung Alexander Kluge vor. Kluge als Denker und Autor im 20. und 21. Jahrhundert, sowie Biografisches und sein Filmisches Schaffen werden im Gleimhaus und im Herrenhaus des Burchardi Klosters vorgestellt. Erfahren Sie HIER mehr.

Zu folgenden Vorstellungen bieten wir eine Werkeinführung an, die jeweils 19 Uhr beginnt:
24.01.14 Einführung auf der Neuen Bühne, nach der Vorstellung: Nachgespräch 

02.02.14 Einführung in der Alten Kantine 


Die Uraufführung wird gefördert durch die Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt.


Inszenierung  Katrin Plötner
Ausstattung  Anneliese Neudecker
Darsteller  Barbara Fressner
Darsteller  Arnold Hofheinz
Darsteller  Gerold Ströher

Regisseurin Katrin Plötner macht diesen Prosatext mit einfachsten, ja sparsamsten Mitteln spielbar, scheit sich nicht, Perspektiven und Atmosphären abrupt zu wechseln, und erzeugt in ihrer Inszenierung hierdurch viele Momente von poetischer Kraft und Tiefe

Das von Anneliese Neudecker geschaffene Bühnenbild ist daher nicht nur Reminiszenz an Kluges Film von 1968 „Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos“. Es bildet den assoziationsreichen Raum, in dem sich die Akteure historischen Fakten nahezu naiv und spielerisch nähern.

Michael Böhm / Theater der Zeit


„Clownsspiel mit Bombeninferno“

„Mit "Alexander Kluge - Hoffnung und Widerstand" gelang Fust ein großartiges Stück.“
„Und immer wieder greift Fust bei Kluge das Bild vom Elefanten auf, diesem gelehrigen Koloss mit dem sanften Gemüt. "Nehmen Sie sich ein Beispiel an den Elefanten und ihrem ausgezeichneten Gedächtnis. Mit ihren Augen können sie in die Geschichte schauen." Das letzte Wort in einem höchst assoziativen Stück.“

„Die junge Regisseurin Katrin Plötner inszenierte den Abend durchgängig als Clownsspiel. Das hat schöne Momente, wie das einprägsame Schatten- oder Puppenspiel. Musiziert wird auf Akkordeon und Klarinette.“

„Auf jeden Fall ist Kluges "Denkraum Halberstadt" in höchstem Maße sehens- und erlebenswert. Nicht nur durch die szenische Collage Fusts, sondern auch mit zwei Ausstellungen im Gleimhaus und beim John-Cage-Orgelprojekt im Burchhardi-Kloster.“

Hans Walter / Volksstimme
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