Am Horizont

von Petra Wüllenweber

Janek ist leidenschaftlicher Schwimmer, und sein Opa trainiert ihn – der war sogar bei den Olympischen Spielen! Während Janek immer besser, schneller schwimmt und selbst an Wettkämpfen teilnimmt, wird sein Opa täglich seltsamer. Zuerst zieht er bei ihnen zu Hause ein, dann will er im Bademantel ins Kino gehen, und schließlich findet Janek ihn in der Kneipe – nur mit einer Badehose bekleidet!
Janek liebt seinen Großvater, aber er ist überfordert. Vielleicht kann Anna, die Neue in der Klasse, ihm helfen? Sie ist jedenfalls ganz schön in Ordnung.

Petra Wüllenweber schildert die Geschichte eines Jugendlichen, der plötzlich vor großen Aufgaben steht und mit ihnen wächst. „Am Horizont“ ist ein realitätsnahes Stück über Alzheimer, ohne Verharmlosungen – und dennoch erzählt es von den schönen Momenten, die Janek mit seinem Großvater erlebt.


Sa, 23.01.16, 19.30 Uhr    Neue Bühne Quedlinburg Premiere
So, 07.02.16, 18.00 Uhr    Kammerbühne Halberstadt
Do, 11.02.16, 10.00 Uhr    Kammerbühne Halberstadt ausverkauft
Mo, 15.02.16, 10.00 Uhr    Neue Bühne Quedlinburg ausverkauft
Di, 16.02.16, 10.00 Uhr    Bestehornhaus Aschersleben
Di, 23.02.16, 10.00 Uhr    Kammerbühne Halberstadt ausverkauft
Fr, 26.02.16, 19.30 Uhr    Neue Bühne Quedlinburg
Di, 01.03.16, 10.00 Uhr    Neue Bühne Quedlinburg
Do, 03.03.16, 10.00 Uhr    Neue Bühne Quedlinburg
Mo, 07.03.16, 10.00 Uhr    Kammerbühne Halberstadt Restkarten
Mi, 23.03.16, 10.00 Uhr    Neue Bühne Quedlinburg ausverkauft
Do, 31.03.16, 19.30 Uhr    Neue Bühne Quedlinburg Restkarten
Do, 14.04.16, 19.30 Uhr    Kammerbühne Halberstadt
Do, 28.04.16, 19.30 Uhr    Kammerbühne Halberstadt
Do, 02.06.16, 10.00 Uhr    Kammerbühne Halberstadt Karten
Fr, 03.06.16, 10.00 Uhr    Kammerbühne Halberstadt Karten
Inszierung  Gregor Turecek
Bühnenbild und Kostüme  Konstanze Grotkopp
Dramaturgie  Sebastian Clar
Opa  Arnold Hofheinz
Janek  Curdin Caviezel
Anna  Lisa Marie Liebler

[…] Das, was die Zuschauer in der voll besetzten Kammerbühne zu sehen bekamen war kein Problemstück, sondern eine Inszenierung mit Witz und Spannung. Zum einen beschreibt die Autorin präzise die Entwicklung der Krankheit, zum anderen versteht sie, Dialoge zu schreiben, die von respektvollem Humor angesichts der zunehmenden Aussetzer des Großvaters getragen werden. […] Die teilweise lustigen und teilweise schlimmen Geschehnisse auf dem Weg des Großvaters zum Horizont wurden eindrucksvoll von Gregor Turecek in Szene gesetzt. […] Höchste Anerkennung für Arnold Hofheinz als Opa. In dem knapp einstündigen Bühnenspiel gelingt es ihm bemerkenswert, den Verlauf der Alzheimer-Erkrankung für die Zuschauer nachvollziehbar zu gestalten. Er spielt in beeindruckender Weise die Brüche zwischen Wachheit und Dahindämmern, wenn Liebe und Vertrauen in Misstrauen und Bösartigkeit umschlagen. […] Curdin Caviezel gelingt es, den facettenreichen Spannungsbogen der Großvater-Enkel-Beziehung, in der sich Bewunderung, Liebe, Scham, Wut, Verzweiflung und Verständnis mischen, in seinem Spiel zu reflektieren. Die sich entwickelnde Freundschaft zur neuen Mitschülerin (selbstbewusst gespielt von Lias Marie Liebler) hilft Janek, nicht in ein tiefes Loch nach dem Abschied des Großvaters zu fallen. […] Der lang anhaltende Beifall der Zuschauer belohnte die Mitwirkenden für ihr anrührendes Spiel um ein hochsensibles Thema, das um Verständnis, Liebe und Familienzusammenhalt wirbt.

Renate Petrahn, Volksstimme


[…] Gregor Tureceks erste Inszenierung am Nordharzer Städtebundtheater kommt weniger religiös daher als die Wüllenweber-Vorlage, was wohltuend wirkt. Konstanze Grotkopp schafft dafür ein adäquates Bühnenbild und nutzt Klamotten, die Assoziationen wecken. Janek trägt die Trainingsjacke von der Olympiade 1976 in Montreal, wo Opa seine größte Stunde hatte. Der projiziert alles auf seinen talentierten Enkel. Doch bald erlebt Opa auch die geliebte Schwimmhalle nur noch durch einen Gedankennebel. Grotkopps Ausstattung gelingt es wunderbar, diesen Zustand darzustellen. Der Zuschauer bekommt durch den permanenten Video-Einsatz immer wieder aus dem Inneren einer Wohnung Fetzen mit, Kindheitsfotos, Siegertreppchen-Bilder, Platten-Cover, die Musik dazu aus der Zeit, in der Opa auf dem Zenit des Lebens und der Leistung war. Irgendwann lässt Gregor Turecek diese Projektionsfassade fallen. Der Zuschauer blickt in das absolute Chaos, das das Familienleben wie das Hirn bestimmt. […] Das Premieren-Publikum applaudiert stürmisch für eine geschlossene Ensemble-Leistung. […]

Uwe Kraus, Mitteldeutsche Zeitung