#Es_ist_Liebe
Jubiläumsspielzeit 2016/17

Die Blume von Hawaii

Operette von Paul Abraham, Text von Emmerich Földes, Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda

Seit Jahrzehnten hat die amerikanische Armee Hawaii besetzt. Nachdem die ehemalige hawaiische Königin entmachtet wurde, herrscht nunmehr ein Gouverneur über die Inselgruppe. Das ist der im Untergrund agierenden patriotischen Bewegung der Südseeinsel jedoch längst höchst zuwider. Sie plant deshalb, Fakten zu schaffen.
Bei der traditionellen Hawaiianischen Nacht im legendärsten Tanz-Club Honolulus soll Prinzessin Laya nicht nur zur symbolischen Blumenkönigin gekrönt, sondern tatsächlich als Königin Hawaiis im Amt eingesetzt werden. Um die patriotische Bedeutung des abendlichen Rituals wirkungsvoll zu unterstreichen, haben die Nationalen mit Oberkellner Kanako-Hilo an der Spitze auch Prinz Lilo-Taro eingeladen. Diesem wurde Laya einst als Kind zur Frau versprochen.
Doch die Lage verkompliziert sich, denn der amerikanische Gouverneur Harrison hat vor, seine Nichte Bessie mit dem attraktiven Lilo-Taro zu vermählen, um so Einfluss auf die hawaiische Führungselite zu gewinnen. Das wiederum passt Harrisons Praktikant John Buffy überhaupt nicht, weil er selbst ein Auge auf Bessie geworfen hat. Und auch Laya, die in Europa – fern von den Traditionen ihrer Heimat – als Sängerin Suzanne an der Seite des charmanten Jazz-Club-Besitzers Jim Boy längst eine vielversprechende internationale Karriere gemacht hat, gerät plötzlich in unerwartete emotionale Bedrängnis. Nicht nur die Begegnung mit der eigenen, lange zurückliegenden Vergangenheit in Gestalt von Lilo-Taro, sondern auch die leidenschaftlichen Avancen des Amerikaners Reginald Stone lassen sie keineswegs kalt…

In „DIE BLUME VON HAWAII“ spielt Jazz nicht nur musikalisch sondern auch ausdrücklich szenisch eine Rolle. Und mit legendären Melodien wie „My golden Baby“, „Du traumschöne Perle der Südsee“, „Ich hab ein Diwanpüppchen“ oder „Wir singen zur Jazzband“ entpuppt sich auch diese Abraham-Operette zudem als wahre Schlagerparade.

Wir danken dem Theaterförderverein Halberstadt für die freundliche Unterstützung dieser Inszenierung.

Sa, 19.12.15, 19.30 Uhr    Großes Haus Quedlinburg Premiere
Do, 31.12.15, 15.00 Uhr    Großes Haus Halberstadt ausverkauft
Do, 31.12.15, 19.00 Uhr    Großes Haus Halberstadt ausverkauft
Sa, 06.02.16, 19.30 Uhr    Großes Haus Quedlinburg
So, 21.02.16, 15.00 Uhr    Großes Haus Halberstadt
Sa, 05.03.16, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt
Di, 08.03.16, 15.00 Uhr    Großes Haus Halberstadt
Mi, 09.03.16, 15.00 Uhr    Großes Haus Halberstadt
So, 20.03.16, 15.00 Uhr    Itzehoe
Mi, 06.04.16, 15.00 Uhr    Großes Haus Quedlinburg ausverkauft
Mi, 13.04.16, 15.00 Uhr    Großes Haus Halberstadt
So, 17.04.16, 17.00 Uhr    Wittenberge
So, 08.05.16, 15.00 Uhr    Großes Haus Halberstadt
Musikalische Leitung  Florian Kießling
Inszenierung  Mareike Zimmermann
Bühnenbild und Kostüme  Claudia Weinhart
Prinzessin Laya / Suzanne Provence  Bettina Pierags
Raka  Bénédicte Hilbert / Marie-Luis Kießling
Bessy Worthington  Runette Botha
Prinz Taro  Max An
Reginald Harold Stone  Michael Rapke
Jim Boy  Tobias Ulrich
John Buffy  Tobias Amadeus Schöner
Lloyd Harrison  Klaus-Uwe Rein
Kanako Hilo  Norbert Zilz
Kaluna  Gijs Nijkamp
Officer Robert Flipps / 1. Herr  Thomas Kiunke
2. Herr  Ki Soo Yoo
1. Dame  Amrei Wasikowski
2. Dame  Thea Rein
  Orchester, Opernchor und Statisterie des Nordharzer Städtebundtheaters

[…]
Das was Mareike Zimmermann aus der wohl erfolgreichsten Abraham-Operette, sie war einst der Renner im Deutschen Reich, gemacht hat, bejubelt das Premiere-Publikum. Die Wahl-Tirolerin schlägt klare Pflöcke ein, kein weltumschreitendes Hula-Hula an den verschiedensten Orten, keine Umbauten, kein dritter Akt und kein Südseesand mit Kokosnuss-Geschmäckle. Zimmermann offeriert eine stringente Sicht auf den deutsch-ungarischen Operettenkomponisten und sein Werk. Sie bleibt in der Zeit, in der der Komponist seine Operette anlegte und in einer amerikanischen Jazz-Bar. […] Die Besucher lassen sich auf den amerikanischen Stil ein, es gibt nach jeder Revue-Nummer stürmischen Applaus. […]
Musikalisch hört Abraham auf den Puls der 1930 Jahre, Modetänze vorn Charleston bis Foxtrott und die angesagte Musik, die über den Ozean jazzte. Das klingt dank einem Show-Orchester auf der Bühne unter Stabführung von Florian Kießling schmissig, exotisch und mit dem nötigen Jazz-Feeling […].
Zum Publikumsliebling avanciert Tobias Ulrich in der Rolle des Entertainers Jim Boy. Er besticht durch Waschbrettbauch und sängerisch wie tänzerischer Ausstrahlung. Eine willkommene Bereicherung des Musiktheater-Ensembles, das von Norbert Zilz über Klaus Uwe Rein bis Bettina Pierags und dem bestens präparierten Chor (Einstudierung: Jan Rozehnal) zuverlässig wie seit Jahrzehnten auf der Bühnenbrettern agiert. […] Sängerisch überzeugt Bettina Pierags in ihrer Doppelrolle ebenso wie Runette Botha als Bessie augenzwinkernd und mit schäumendem Temperament. […]

Uwe Kraus, Mitteldeutsche Zeitung


[…]
Mareike Zimmermann und Dramaturgin Susanne Range strafften die Handlung und verzichteten auf den dritten Monte-Carlo-Akt. Das tat dem Stück spürbar gut. Im Spiel ist Jim Boy (als Gast der junge Münchener Schauspieler Tobias Ulrich mit Musicalerfahrung) ein weltgewandter Entertainer. Er hält mit schöner Körperlichkeit, Stimme und Spiellust die Fäden im „Jim‘s“ zusammen und vermittelt zwischen den Liebes- und Revolutionsansprüchen der Hawaiianer und Amerikaner. […] Sängerisch ist das Ensemble in Hochform. Abraham komponierte wahrhafte Evergreens wie den Walzer „Du traumhafte Perle der Südsee“, „Ein Paradies am Meeresstrand“ und „Blume von Hawaii“, den Foxtrott „Ich hab ein Divanpüppchen“, „My Golden Baby“ oder den Marsch „Wo es Mädels gibt“.
Dem Orchester stand Florian Kießling vor. Er entfachte einen jazzigen Klangzauber – ein großes Hörvergnügen.
Wie gewohnt waren die Chöre durch Jan Rozehnal bestens studiert. Darstellerisch ragten Amrei Wasikowski, Thea Rein und Ursula Meinke heraus. […]

Hans Walter, Volksstimme