Fra Diavolo

Komische Oper in drei Akten von Daniel-Francois-Esprit Auber, Text von Eugène Scribe

Der Räuber Fra Diavolo treibt sein Unwesen. Geld und Gold sind vor ihm und seiner Bande nicht mehr sicher. Doch nicht nur der Räuber lechzt nach Anhäufung eines Vermögens. Der Wirt Matteo trifft Vorkehrungen, seine Zerline an einen reichen Mann zu verheiraten. Wo bekommt Lorenzo auf die Schnelle eine vielversprechende Mitgift her, um seine Geliebte doch noch in die Arme schließen zu können? Für den gerade ausgeraubten Lord Kookburn sah die Vergangenheit schon besser aus: Seine Angetraute schmeichelte mit einer deftigen Erbschaft. Und wer ist der wohlhabende Marquis, der die Damenwelt in Verzückung taucht?

Aubers turbulentes wie musikalisch pointiertes Stück, das auch gesprochene Dialoge einbezieht, war eine der erfolgreichsten Opern des 19. Jahrhunderts, die beim Publikum voll ins Schwarze traf. Nicht nur die Romanze „Erblickt auf Felsenhöhen“ oder Fra Diavolos „Als Gondolier auf leichtem Boot“ haben echten Ohrwurmcharakter.

Sa, 27.02.16, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt Premiere
So, 06.03.16, 15.00 Uhr    Großes Haus Quedlinburg
Fr, 11.03.16, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt
So, 03.04.16, 16.00 Uhr    Bernburg
Sa, 09.04.16, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt
Fr, 15.04.16, 19.30 Uhr    Großes Haus Quedlinburg
So, 01.05.16, 15.00 Uhr    Großes Haus Halberstadt
Sa, 07.05.16, 19.30 Uhr    Großes Haus Quedlinburg
Sa, 21.05.16, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt
Musikalische Leitung  MD Johannes Rieger
Inszenierung  Christian Poewe
Ausstattung  Wiebke Horn
Dramaturgie  Susanne Range
Chöre  Jan Rozehnal
Fra Diavolo  Tobias Amadeus Schöner
Lord Kookburn  Juha Koskela
Pamela  Gerlind Schröder
Lorenzo  Max An
Matteo  Gijs Nijkamp
Zerline  Bettina Pierags
Beppo  Norbert Zilz
Giacomo  Klaus-Uwe Rein
Der Bauer  Helmut Müller
Ein Soldat  Thomas Kiunke

[...] Aufmerksam lauschten die Leute ihrem Orchester und ihren Solisten, die sie teilweise seit Jahrzehnten kennen. Es wird viel gelacht und großzügig applaudiert. [...]
Geradezu opulent wirkt die Dekoration: Christian Poewe hat sich von Wiebke Horn ein Museum bauen lassen, mit goldglänzenden Rahmen, aus denen die in aufwändig gearbeitete, historische Kostüme gewandeten Personen heraussteigen. [...] Sehr spielfreudig geht es bei Poewe zu. [...] Aus dem Orchestergraben klingt es erfreulich spritzig und geistvoll. [...]
Im Harz punkten vor allem die erfahrenen Ensemblemitglieder. Seit 30 Jahren sind Gerlind Schröder und Bettina Pierags schon am Haus, mit prächtiger Bühnenpräsenz weiß Erstere die Lady Pamela auszustatten, während ihre Kollegin als Zerlina herzallerliebsten Mädchencharme verströmt. Eindeutig aus dem Charakterfach kommt Tobias Amadeus Schöners Titelheld, ein schlitzohriger Zampano mit Rampensau-Qualitäten, dem natürlich keine seiner Arien gestrichen wird. [...]

Frederik Hanssen, Opernwelt


[...] Den Bock abgeschossen haben Klaus Uwe Rein und Norbert Zilz als Dick und Doof bzw. als Stan Laurel und Oliver Hardy-Imitatoren. Was diese beiden begnadeten Komiker an Situationsklamauk, an mimisch gestischer Groteske, an quirliger Harlekinade und anrührender Blödelei vollführen, das allein ist sehenswert und macht die Aufführung zur Gaudi. Kompliment an die Sängerdarsteller, Kompliment aber auch an den Regisseur, der sie so zu animieren wusste mit seinem goldenen Händchen fürs Komische. Ich habe lange nicht mehr so gelacht in der Oper. Ein sehr vergnüglicher Abend!

Dr. Dieter David Scholz, MDR-Figaro Zur Kritik auf mdr.de


Regisseur Christian Poewe, dessen wundervoller „Freischütz“ mit dem Theaterpreis 2015 geehrt wurde, könnte auch Christian „Esprit“ Poewe heißen. Mit seiner Fantasie beflügelt er in der teuflischen Räuberpistole das ganze Ensemble. Bestes Komödientheater. Dieser Regisseur tat dem Werk und den Interpreten spürbar wohl! […] Wiebke Horn erfand ein Galerie-Szenenbild, in dem sich in überlebensgroßen güldenen Rahmen die Protagonisten stumm zu den Takten der Ouvertüre vorstellen. Ein Bildersaal dieser aufregenden Geschichte. […] Musikdirektor Johannes Rieger stand am Pult und weckte den wundervoll differenzierten Klang des Orchesters des Städtebundtheaters. Gute Laune pur, sehr ironisch von Auber komponiert. […] Es wird immer schneller, immer vergnügter. Ein Glanzpunkt ist das Wetteifern von Schöner als Diavolo und An als Offizier Lorenzo in höchsten tenoralen Höhen. Diese Musik schmeichelt den Ohren! […]

Hans Walter, Volksstimme


[…] Nun versprüht das aktuelle Ensemble mit Tobias Amadeus Schöner in der Titelrolle Humor und Wohlklang. Schöner gibt einen schlitzohrigen, von seinem zwielichtigen Handwerk überzeugten Diavolo. Sowohl gesanglich in der Bravour-Arie als auch darstellerisch holt er alles aus der Vorlage heraus. Das Publikum feiert besonders das Duo Norbert Zilz und Klaus-Uwe Rein für ihre erzkomödiantischen Auftritte. Sie sind als Giacomo und Beppo solch bedepperte Museumsaufseher und beschränkte Räuber, dass ihnen der Beifall nur so zufliegt. Zum Höhepunkt gestaltet Zilz seinen „Kniechen-Näschen-Öhrchen-Zeitvertreib“, der selbst die Soldaten zum Nachmachen inspiriert. Die werden von Max An als mittelloser Dragoneroffizier Lorenzo angeführt. An und Schöner duellieren sich sängerisch im oberen Bereich der Notenlinien. […]
Bettina Pierags singt die quirlige Gastwirtstochter, stimmsicher sowohl bei der Romanze als auch in der Schlafzimmer-Arie, die gelegentlich scherzhaft als „erste Striptease-Arie der Operngeschichte“ bezeichnet wird. Die Sopranistin befeuert den Spielspaß des Ensembles, der aus jedem Auftritt blinkt. Gesanglich überzeugend zeigt sich Gerlind Schröder als frischvermählte Pamela den Avancen des charmanter Räuber-Marquis nicht abgeneigt, hat ihre englische Sprachfärbung gut studiert und zudem einen typisch englischen Hut, im Rock eingenähte Lira sowie rote Unterwäsche. Den Lord Kookburn an ihrer Seite singt Juha Koskela, eine sichere Bariton-Bank der Inszenierung. Gijs Niskamp ebenso präsent und bassig, richtet geschäftstüchtig nicht nur die Hochzeit seiner Tochter mit einer goldig angemalten guten Partie aus. In den Ensembles erlebt das Publikum prächtigen Chorklang (Einstudierung Jan Rozehnal). […]

Uwe Kraus, Mitteldeutsche Zeitung


Daniel Francois Esprit Aubers Opéra comique konnte man jahrelang nur äußerst selten erleben. Jetzt ist das früher wegen seines Melodienreichtums sehr beliebte Werk auf die Entfernung von rund 100 km gleich in zwei Häusern zu sehen, nach Hildesheim auch in Halberstadt (Nordharzer Städtebundtheater). Anders als in Hildesheim hatte man sich nicht für ein blutiges Ende entschieden, sondern ließ die Geschichte in einer Bildergalerie spielen, eine hübsche, richtig gute Idee. [...]

Gerhard Eckels, Der Opernfreund Zur Kritik auf deropernfreund.de