Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald, eine uralte Geschichte, von den Gebrüdern Grimm aufgeschrieben, hat Generationen von Kindern in ihren Märchenwelten begleitet. Geheimnisvoll und spannend erzählt sie von zwei mutigen Kindern, die allein gelassen werden, ihren Weg gehen und dabei sich selbst finden. Der Wald steht für das Fremde, die Hexe für die Gefahren der Erwachsenenwelt, am Ende wird das Böse einfach in den Ofen gesteckt.
Die Oper von Engelbert Humperdinck ist seit ihrer Uraufführung 1893 ein fester Bestandteil des Repertoires von Opernhäusern in aller Welt und das gerade zur Adventszeit. Fantasievoll, mit viel Liebe zum Detail inszeniert, entführt sie die Zuschauer in die märchenhafte Welt voller Wunder und kann für Kinder der Einstieg in die faszinierende Welt der Oper sein.
Aufführungsdauer: 2 Std.
Termine
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| Sa, |
26.11.11, |
15.00 |
Uhr |
Großes Haus Halberstadt
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Wiederaufnahme |
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| Sa, |
03.12.11, |
19.30 |
Uhr |
Heilbad Heiligenstadt
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| Mi, |
07.12.11, |
15.00 |
Uhr |
Großes Haus Quedlinburg
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| Sa, |
10.12.11, |
15.00 |
Uhr |
Großes Haus Halberstadt
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| Mi, |
14.12.11, |
19.30 |
Uhr |
Reichenbach
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| Do, |
15.12.11, |
17.00 |
Uhr |
Greiz
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| Fr, |
16.12.11, |
19.30 |
Uhr |
Greiz
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| Sa, |
17.12.11, |
17.00 |
Uhr |
Crimmitschau
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| So, |
18.12.11, |
17.00 |
Uhr |
Reichenbach
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| Do, |
22.12.11, |
15.00 |
Uhr |
Großes Haus Halberstadt
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| Mo, |
26.12.11, |
18.00 |
Uhr |
Großes Haus Quedlinburg
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Besetzung
| Musikalische Leitung | Lutz Rademacher |
| Inszenierung | Christian Poewe |
| Ausstattung | Alrune Sera |
| Peter, Vater | Juha Koskela |
| Gertrud, Mutter | Gerlind Schröder |
| Hänsel | Regina Pätzer |
| Gretel | Nina Schubert |
| Knusperhexe | Tobias Amadeus Schöner |
| Sand-/Taumännchen | Kerstin Pettersson |
| | Kinderchor des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums und Orchester des Nordharzer Städtebundtheaters |
Pressestimmen
[…] Christian Poewe setzte das Märchenspiel in drei Bildern am Nordharzer Städtebundtheater derartig ansprechend, detailgetreu und stimmig um, dass man es weit über die diesjährige Vorweihnachtsbespielung hinaus gesehen haben muss. Die Inszenierung hat das Potenzial, jedes Jahr wieder nicht nur das junge Publikum zu verzaubern. Die Premiere am 1. Advent bewies das ungeheuer anschaulich: Der Altersdurchschnitt im Zuschauerraum lag bei gefühlten 65 Jahren. So folgte man im ausverkauften Haus andächtig dem, was Humperdinck einst ein Kinderstubenweihfestspiel nannte.
Eigentlich sollte das Stück ganz in Familie laufen. Adelheid Wette bat ihren Bruder im Mai 1890 ein paar Lieder für ihr Märchenstück zu komponieren, womit sie und ihre Kinder den Geburtstag ihres Mannes Hermann Wette künstlerisch umrahmen wollten. Das geschah. Doch einen Tag vor Heiligabend 1893 erlebte das zur Oper gereifte Werk in Weimar seine Uraufführung. Dirigiert von keinem Geringeren als Richard Strauss. In Halberstadt steht Martin Hannus am Pult. Er vermag es, den recht eigenen „Humperdinck-Klang“ gut auszubalancieren. Da ist schon spätromantische Gefühligkeit, ein kräftiger Hauch Wagner ebenso wie Verismo aus südlichen Breiten. Die ehemalige hiesige Ausstattungsleiterin Alrune Sera kehrt als Gast ans Städtebundtheater und sprühte nur so vor Ideen fürs Auge, mal farblich zurückgenommen wie im ersten Bild, mal kunterbunte und zuckergussig im dritten. Das Eltern- wie das Hexenhaus senken sich von oben herab und werden auseinander geklappt, der Wald wirkt wie aus dem guten alten Ausschneidebogen. Die moderne Lichtregie (Beleuchtungseinrichtung: Holger Hofmann) bereicherte die Oper um weitere optische Effekte vom Sternenblinkern bis zum Morgenrot. Die Geschichte von Hänsel und Gretel bleibt in der Lesart von Regisseur Christian Poewe nah an der Märchenvorlage, bietet angenehm wenig Tiefenpsychologie, hebt aber Sand- und Taumännchen deutlich hinaus. KS Ute Bachmaier agiert als Zeremonienmeister, hat die Spielleitung auf der Bühne in der Hand, lässt Häuslein einschweben, Licht wandern und Vorhänge öffnen. Noch dazu klingt ihre Stimme angenehm weich. Nicht nur stimmlich kraftvoll wirkt Juha Koskela als Vater mit fast hörbarer Alkohol-Standarte. An seiner Seite eine Gerlind Schröder als Mutter, die gesanglich zu einer prima Leistung ausholt, aber vielleicht in der Figur etwas zu streng angelegt wirkt.
Die Poewe-Inszenierung ist erstaunlich personalintensiv, was ihr nur gut tut. Gerade in der unheimlichen Nachtszene voller Poesie und am Schluss bewährt sich die Zusammenarbeit mit dem Chor des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums: Ronny Strübing zeichnet neben Chordirektor Jan Rozehnal für die Einstudierung verantwortlich. Hänsel und Gretel, die Protagonisten der weit über Wald- und Lebkuchenromantik hinausgehenden Geschichte, verkörpern die spitzbübige Regina Pätzer und Nina Schubert. Ein guter Besetzungsgriff! Pätzer verbreitet selbstbewusst ungebremsten Spielspaß und gefällt stimmlich sauber mit schönem Timbre. Voller Emotionen beflügelt sie Nina Schubert, deren lupenreiner Gesang faszinierte. Der Höhepunkt war ihr beeindruckender Abendsegen. Verdienter stürmischer Applaus dankte den beiden bezaubernden Titelheldinnen. Doch darstellerisch die Show stahl ihnen ein Mann: Tobias Amadeus Schöner.
Da brauchte es keinen spektakulären Hexenritt, schon sein Erscheinen als kugelrunde Rosina Leckermaul in roten Pumps, die die Kinder an ihren üppigen Busen drückt, löste Begeisterung im Publikum aus. Wenn dann noch der Dutt zu einer teuflisch-wirren Haarpracht mutiert und per Zauberei die Kinder in ihren Körperbewegungen manipuliert werden, dann hext es so richtig auf der Bühne. Sehenswerter Auftritt, solide Gesangsleistung, doch ihr Ende im bunt bemalten Backofen ist bekannt.
(Uwe Kraus / MZ)
Musikalisch und szenisch war die Premiere der Oper .,Hänsel und Gretel“ am Sonntag im ausverkauften Großen Haus Halberstadt des Nordharzer Städtebundtheaters ein Sahnebaiser. Sieben Minuten lang rhythmischer Applaus!
Regisseur Christian Poewe und seine Ausstatterin Alrune Sera investierten viel - vor allem in sozial genaue Figurenzeichnung und ins zauberhafte Bühnenbild und die Kostüme (Dramaturgie: Susanne Range). Vom ersten Hörnerruf der Ouvertüre an rollt ein fantasievolles Panorama ab. Das Sandmännchen ist die ganze Oper lang der Spielmacher. Kammersängerin Ute Bachmeier a.G. ist fabelhaft in der Rolle. [...]Die Librettistin Adelheid Wette nutzte für ihre romantische Oper auch die Mythen der Harzer Sagenwelt, und ihr Bruder Engelbert Humperdinck komponierte dazu die ungemein farbige Musik. Der Wald wird zum Ort des Geheimnisses, er wirkt und webt. Er ist düster und geheimnisvoll, poetisch und lieblich. Er hat Blumen, Beeren und stachelige Ecken; aber die Wildrosenhecke, dargestellt von 24 spielfreudigen Kindern des Chores des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums, öffnet sich für Hänsel und Gretel. Ermattet schlafen sie nach dem mit großer Intensität musizierten Duett "Abends, wenn ich schlafen geh" ein – und der Wald funkelt und strahlt. Ein zauberhaftes Lichtdesign, realisiert von Holger Hofmann.
Doch der Wald wandelt sich, wird zu baumgroßen Zuckerstangen. Wieder schwebt ein Häuschen herein - dick überzuckert, mit dem großen Backofen der Knusperhexe. Ein komödiantisches Paradestück für Tobias Amadeus Schöner in roten Stöckelschuhen, rotem Kleid und rosa Schal. [...] Der Sänger Schöner tänzelt, charmiert und zaubert mit seinem Stricknadel-Zauberstab, dass es ein wahres Vergnügen ist. [...] Es war eine große Ensembleleistung des transparent aufspielenden Orchesters unter Martin Hannus, des von Jan Rozehnal und Ronny Strübing studierten Kinderchors, des musikantisch und darstellerisch hervorragenden Solistenensembles, der Maske, Requisite und der Ankleiderinnen sowie der Bühnentechnik und der Werkstätten.
(Hans Walter / Volksstimme)