Ein Himmel voller Geigen!

Operettengala mit Solisten, Ballett und Orchester

Die neue Operettengala aus der Feder von Intendant Johannes Rieger heißt „Ein Himmel voller Geigen“ und vereint heitere Operettenmelodien verschiedener Komponisten. Eine Gastwirtin, gespielt von Thea Rein, kommt auf die Idee, mitten im Harz ein Wiener Gartenlokal aufzumachen. Ihre Freundin, ist zwar skeptisch, ob das die Touristen anlockt, aber gesagt, getan. Die Wirtin sucht nur noch einen echten Wiener Kellner und hat annonciert. Einer meldet sich und stellt als Joseph vor, gespielt von Norbert Zilz.
Im Lokal treffen nun Harzreisende unterschiedlichster Couleur ein, eine schwedische Touristin, ein Berliner Ausflügler, ein indischer Rosenverkäufer und ein zwielichtiger Sachse. Es entwickeln sich kleine Turbulenzen, die Kellner Joseph unter strenger Aufsicht seiner Chefin in den Griff zu bekommen versucht. So hängt der Himmel bald nicht mehr voller Geigen, sondern der Haussegen verdammt schief.
Unter der musikalischen Leitung des Intendanten erklingen neben Wiener Melodien, wie das Walzerduett “Und der Himmel hängt voller Geigen”, Polka, Marsch und Csardas erklingt auch Berliner Operettenmusik von Paul Lincke, eine vielseitig unterhaltende Mischung aus Operetten-Arien, Duetten und vom Ballett vertanzte Orchesterstücken.
Neben Thea Rein, Norbert Zilz singen und spielen Kerstin Pettersson, Marlies Sturm, Tobias Amadeus Schöner, Ingo Wasikowski, Klaus-Uwe Rein und Nina Schubert. Die szenische Leitung hat Andrea Moczko, die heiteren Balletteinlagen choreografierte Jaroslaw Jurasz.

Termine

Do, 29.07.10, 16.00  Uhr    Waldbühne Altenbrak Premiere
Di, 03.08.10, 16.00  Uhr    Waldbühne Altenbrak
Fr, 06.08.10, 20.00  Uhr    Wasserschloss Westerburg
Di, 10.08.10, 16.00  Uhr    Waldbühne Altenbrak
Di, 17.08.10, 16.00  Uhr    Waldbühne Altenbrak
So, 22.08.10, 16.00  Uhr    Waldbühne Altenbrak
Mi, 25.08.10, 16.00  Uhr    Waldbühne Altenbrak
So, 26.09.10, 15.00  Uhr    Großes Haus Halberstadt Premiere Karten
Fr, 08.10.10, 19.30  Uhr    Ballenstedt
Sa, 16.10.10, 19.30  Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
Sa, 06.11.10, 19.30  Uhr    Großes Haus Quedlinburg Karten
Mi, 17.11.10, 15.00  Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
Sa, 18.12.10, 19.30  Uhr    Herford
Do, 30.12.10, 19.30  Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
So, 23.01.11, 15.00  Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
So, 23.01.11, 15.00  Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
Fr, 04.02.11, 19.30  Uhr    Großes Haus Quedlinburg Karten
Mo, 14.02.11, 15.00  Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
Mo, 07.03.11, 15.00  Uhr    Großes Haus Quedlinburg Karten
Di, 05.04.11, 15.00  Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
Mi, 06.04.11, 15.00  Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten

Besetzung

Musikalische Leitung  MD Johannes Rieger
Szenische Leitung  Andrea Moczko
Ausstattung  Susanne Bachmann
Witwe Kunigunde Waldorf   Edith Jeschke
Fräulein Edeltraut Stadler  Marlies Sturm
Joseph  Norbert Zilz
Marie, seine Nichte  Nina Schubert
Ein indischer Blumenverkäufer  Tobias Amadeus Schöner
Eine nordische Touristin  Kerstin Pettersson
Ein Berliner Tourist  Klaus-Uwe Rein
Ein Mafioso aus Sachsen  Ingo Wasikowski
Bustouristen / Folkloregruppe / Aktivurlauber  Ballettensemble

Fotos

Pressestimme: Singend im Harz gestrandet

ALTENBRAK/MZ. Fast scheint es so, als hätte der Harzer Touristenverband die Operettengala "Ein Himmel voller Geigen" in Auftrag gegeben. Werden doch in der nach einer Idee von MD Johannes Rieger von Andrea Moczko in Szene gesetzten Revue von Harzer Wandernadel über Aktivregion Harz bis Alleinstellungsmerkmal fast alle Schlagworte unter die zumeist flotte Handlung gemischt.
Zwangspause für Jeschke
Dass der Himmel, wie im berühmten Walzerduett aus der Operette "Der liebe Augustin" von Leo Fall nicht immer voller Geigen baumelt, erlebte das Inszenierungsteam bei den Proben. Die Rolle der Witwe Kunigunde Waldorf, die im Harz ein "Wiener Caféhaus" eröffnet, ist deutlich auf eine verdienstvolle und beliebte Darstellerin des Hauses zugeschnitten: Edith Jeschke, die das Publikum aus vielen vorherigen Operetten-Galas liebt. Dieses Geschenk zu ihrem 40. Bühnenjubiläum kann sie nun (noch) nicht empfangen. Bei den Proben verletzte sie sich den Fuß, so dass Thea Rein vorerst die Caféhaus-Geschäfte managt. Das tut sie darstellerisch überzeugend und sängerisch sicher. Und Edith Jeschke möchte man angelehnt an den letzten Titel der Gala zurufen: "Lass den Kopf nicht hängen".
Das knapp zweistündige Programm erzählt in bewährter Weise eine kleine Geschichte. Kunigunde fährt erstmals in den Westen, lernt einen Wiener kennen, ehelicht ihn, der stirbt und es bleibt die Idee, ein Stückchen Wien in die Nähe von Wien-Rode zu verpflanzen. Welche Gäste und was für Personal ihr dabei unterkommen, das wirkt nicht besonders innovativ, aber ist höchst amüsant. Dabei stehen beliebte Mitglieder des Musiktheaterensembles auf der Waldbühne. Ihre erste Begegnung mit der Freiluftbühne hatte dabei die neue Sopranistin des Hauses Nina Schubert. Sie ersang sich mit "Einer wird kommen" aus "Der Zarewitsch" und zwei Duetten aus "Paganini" schnell den Applaus des Premierenpublikums. Fesch und locker in der Choreographie bot Jaroslaw Jurasz seine Ballett-Paare als Harz-Touristen und -folkloristen auf. Wie sie mit Walking-Stöcken die Strauß-Polka "Unter Donner und Blitz" umsetzten, wirkte keineswegs operetten-plüschig.
Die Musik des Operettennachmittags, der im Herbst in die festen Spielstätten übernommen wird, bietet neben Standards eine Reihe von Wiederentdeckungen aus Operetten, die nur noch selten gespielt werden, aber tolle Hits enthalten. Dazu zählen "O, dass ich doch der Räuber wäre" aus Millöckers "Gasparone", "Drei alte Schachteln" und "Im Reiche des Indra" von Paul Lincke oder der Csardas aus "Ritter Pasman". Dabei konnten die Sängerinnen und Sänger ihrem Affen wieder Zucker geben und das taten sie mit Inbrunst. Ingo Wasikowski sächselt sich als erfolgloser Mafioso durch die breite Freiluft-Szenerie, die Susanne Bachmann gestaltete, Klaus-Uwe Rein strandet berlinernd als Motorrad-Rocker im Bodetal. Nicht zu vergessen Norbert Zilz, der als früherer Stadttheaterstatist sehr zur Kritik der Wirtin die Rolle des original-österreichischen Kellners mimt. Sie meint, er habe "die Grazie einer Elefantenkuh", findet aber keinen weiteren Bewerber für die Stelle.
Durch die Szenerie gewuselt
Ein österreichisches Mundwerk hat dagegen unter den Bühnenschaffenden nur der sich durch die Szenerie wuselnde, Bier trinkende Handwerker. Kerstin Pettersson als nordische (!) Touristin sucht eine Zugverbindung vom Harz nach Wien und gefällt besonders mit dem Vilja-Lied aus "Die lustige Witwe". Mit Witz agieren zudem Marlies Sturm als Fräulein Edeltraut Stadler und der indische Rosenverkäufer Tobias Amadeus Schöner. Der schmachtet die studierende Kellner-Nichte (Nina Schubert) an und versichert ihr "Niemand liebt dich so wie ich".
Letztlich wirken fast alle Akteure miteinander verbandelt und es wird, wie es in Operetten so ist, alles gut. Auch wenn bei der Premiere zwischenzeitlich graue Wolken die Geigen am Himmel ersetzten. Das Nordharzer Städtebundtheater darf sich sicher sein, auch diesmal wird die Operetten-Gala sehr gut bei den Zuschauern ankommen. Die in Altenbrak geforderte Zugabe bewies es.