
Das heitere Sing- und Lustspiel aus den 30er Jahren erzählt in nostalgischen Bildern und berühmt gewordenen Evergreens die bezaubernde Liebesgeschichte des Kellners Leopold zu Josepha, der Wirtin des idyllisch gelegenen Gasthofes „Im Weißen Rössl“. Nach amüsanten Irrungen und Wirrungen finden drei Liebespaare zueinander.
Termine
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| Sa, |
31.12.11, |
15.00 |
Uhr |
Großes Haus Quedlinburg
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Premiereausverkauft |
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| Sa, |
31.12.11, |
19.00 |
Uhr |
Großes Haus Quedlinburg
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ausverkauft |
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| Sa, |
21.01.12, |
19.30 |
Uhr |
Großes Haus Halberstadt
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| So, |
29.01.12, |
15.00 |
Uhr |
Großes Haus Quedlinburg
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| Sa, |
04.02.12, |
19.30 |
Uhr |
Großes Haus Halberstadt
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| So, |
12.02.12, |
15.00 |
Uhr |
Großes Haus Halberstadt
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| So, |
19.02.12, |
15.00 |
Uhr |
Großes Haus Quedlinburg
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| Mo, |
20.02.12, |
19.30 |
Uhr |
Bad Nenndorf
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| So, |
04.03.12, |
15.00 |
Uhr |
Großes Haus Quedlinburg
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Karten |
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| So, |
18.03.12, |
15.00 |
Uhr |
Großes Haus Halberstadt
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Karten |
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| Mi, |
21.03.12, |
20.00 |
Uhr |
Hameln
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| Sa, |
31.03.12, |
19.30 |
Uhr |
Großes Haus Halberstadt
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Karten |
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| Mi, |
11.04.12, |
19.30 |
Uhr |
Hoyerswerda
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| Do, |
03.05.12, |
15.00 |
Uhr |
Großes Haus Quedlinburg
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geschlossene Vorstellungausverkauft |
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Besetzung
| Musikalische Leitung | Violetta Kollar |
| Inszenierung | Rosmarie Vogtenhuber |
| Ausstattung | Franz Gronemeyer |
| Josepha Vogelhuber | Julia Siebenschuh |
| Leopold Brandmayer | Arnold Hofheinz |
| Wilhelm Giesecke | Fernando Blumenthal |
| Ottilie | Illi Oehlmann |
| Dr. Otto Siedler | Markus Manig |
| Sigismund Sülzheimer | Jörg Vogel |
| Prof. Dr. Hinzelmann | Benedikt Florian Schörnig |
| Klärchen | Susanne Rösch |
| Kaiser Franz Josef | Benedikt Florian Schörnig |
| Piccolo | Frank Watzke |
| Postbote 1 | Uwe Cayler |
| Postbote 2 | Michael Niens |
| Heurigensängerin | Friederike Meinke |
| Kellnerin | Friederike Meinke |
| Chor | Statisterie / Benedikt Florian Schörnig / Jörg Vogel / Susanne Rösch |
| | Statisterie des Nordharzer Städtebundtheaters |
Pressestimmen
Irrungen und Wirrungen zwischen Wolfgangsee und Alm
Volksstimme Halberstadt, 22.6.2011
Von Hans Walter
Thale. Am Nordharzer Städtebundtheater müssen die Schauspieler wirklich schauspielen können. Sie sind in Drama und Komödie zu Hause. Und sie müssen singen können, damit sie Musical und Operette geben können – im festen Haus wie bei Sonne und Regen im Freien. Dass sie ihr Handwerk universal beherrschen, zeigte die jüngste Premiere im Bergtheater Thale. Das Sing- und Lustspiel "Im weißen Rössl" von Ralph Benatzky wurde am Sonnabend in der Inszenierung der österreichischen Regisseurin Rosmarie Vogtenhuber zum umjubelten Triumph. Elf Minuten Applaus und viele Bravo-Rufe.
Gespielt wurde eine fast dreistündige Fassung (inklusive kurzer Regen-Pause) der Regisseurin in Anlehnung an die überaus erfolgreiche Version der Berliner "Bar jeder Vernunft" (Dramaturgie: Sylvia Sarnow). Musikalisch legte das zünftig kostümierte "Rössl-Quartett" – mit der inspirierenden Korrepetitorin Violetta Kollar am E-Piano, der Geigerin Jenni Koskela, mit Martin Orth (E-Piano) und Fiete Wachholz (Schlagzeug) – die Grundlagen. Beim Auftritt der Heurigensängerin Friederike Meinke griff Rosmarie Vogtenhuber sogar selbst zur Flöte. Szenenapplaus auch hier, wie bei allen anderen Ohrwürmern Benatzkys: "Es muss was Wunderbares sein, von dir geliebt zu werden", "Im weißen Rössl am Wolfgangsee", "Im Salzkammergut, da kann man gut lustig sein", "Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist" und all den anderen Hits. Viele Zuschauer sangen die Titel des "Riesensingspielrevuepotpourris" begeistert mit. Die 80 Jahre alten Schlager leben.
Die Handlung selbst ist so unsinnig überdreht wie zielstrebig. Im durch das Lustspiel zu Weltruhm gelangten Gasthof "Zum weißen Rössl" steigen die konkurrierenden Untertrikotagenfabrikanten Wilhelm Giesecke (Fernando Blumenthal) aus Berlin nebst Tochter Ottilie (Illi Oehlmann) und Sigismund Sülzheimer (Jörg Vogel) aus "Sangershausen" ab. Dazu kommen der Privatgelehrte Professor Hinzelmann (Benedikt Florian Schörnig) nebst lispelnder Tochter Klärchen (Susanne Rösch) und der Rechtsanwalt Dr. Otto Siedler (Markus Manig). Die fesche Wirtinnen-Witwe Josepha Vogelhuber (Julia Siebenschuh) aber hat Probleme mit ihrem Zahlkellner Leopold (Arnold Hofheinz). Er liebt sie! Und das, obwohl sie doch schon ihr Auge auf den Rechtsanwalt geworfen hat. Irrungen und Wirrungen zwischen Wolfgangsee und der Bergalm. Zum Schluss haben sich die Paare gefunden. Die Vogelhubnerin bekommt ihren Leopold. Dr. Siedler liebt Ottilie, und Sigismund kriegt sein Klärchen.
Happy End auch für den gewitzten Piccolo (Jens Tramsen): Er bekommt zwar keine Frau ab, dafür Leopolds Stelle als hochnäsiger Zahlkellner.
Rosmarie Vogtenhuber lässt im folkloristischen Bühnenbild von Franz Gronemeyer die Vorgänge um die Personen mit viel szenischem Witz voll ausspielen. Sie zeigt ihre ganze Liebe und ihr Granteln ums liebe Österreich. Herrlich ihre Parodie auf Kaiser Franz Joseph (in einer Doppelrolle Benedikt Florian Schörnig). Er trifft im rot-weiß geschmückten Sarg ein. Der Chor aus Schauspielern und Statisterie intoniert "Gott erhalte Franz, den Kaiser". Zu den Klängen der Nationalhymne der "Ehemaligen" erwacht er trottelig zu neuem Leben: "Auferstanden aus Ruinen". So vergreist-vergesslich und ordensgeschmückt er ist, könnte er glatt dem Politbüro entsprungen sein. Riesenspaß für das Publikum. Es ist mit diesem "Weißen Rössl" des spiel- und sangesfreudigen Ensembles vollends glücklich.
Pressestimme: Kein Klischee ohne Kaiser
VON RITA KUNZE
THALE/MZ. Auf Knopfdruck wird gejodelt, und auch sonst ist da mehr Schein als Sein in Sankt Wolfgang am Wolfgangsee. Das Spiel mit Klischees wird hinreißend ausgelebt in Rosmarie Vogtenhubers Inszenierung vom "Weißen Rössl", die am Wochenende im Harzer Bergtheater Premiere feierte.
Mit ausnahmsloser Hingabe zeigt das Schauspielensemble des Nordharzer Städtebundtheaters die Typen dieser 30er-Jahre-Revue, die mit vielen schön gesungenen Evergreens und wenigen markanten Requisiten aufwartet (Ausstattung: Susanne Bachmann). Ausgesprochen kurzweilig werden zwischen hübscher Kuh und Alpenhotel zweieinhalb Stunden lang Liebschaften und kleine Feindseligkeiten gepflegt.
Die Regisseurin hat für ihre Inszenierung die Fassung "Bar jeder Vernunft" mit Kammermusik ausgesucht. Gespielt wird sie von einer kleinen Liveband unter Leitung von Violetta Kollar. Mit E-Piano, Violine und Schlagzeug zaubert der kleine Trupp ein facettenreiches Österreich-Bild ins Bergtheater: "Im Weißen Rössl" kann man nicht nur schunkeln, sondern auch marschieren.
Der kulturelle Graben zwischen Österreichern und Preußen wird augenzwinkernd ausgehoben. Der Großindustrielle Giesecke (Fernando Blumenthal) poltert berlinernd durchs Salzkammergut und wäre doch lieber im Kaiserbad Ahlbeck mit "anständigen Flottenparaden".
Die gelingen natürlich nicht am Wolfgangsee, wo Zahlkellner Leopold (Arnold Hofheinz) singend österreichische Gemütlichkeit propagiert - und hinter den Kulissen doch zu gerne austeilen würde: "Die ganze Welt ist himmelblau, wenn ich dir auf die Fresse hau'". Dabei lässt sich der so besungene Rechtsanwalts-Rivale (Markus Manig) ganz anders ausschalten, wie sich am Ende zeigen wird. Denn die angebetete Wirtin Josepha (Julia Siebenschuh) ist nicht so kratzbürstig, wie sie erscheinen will, wenn sie das Personal energischen Schrittes umherscheucht.
Ganz ohne Kaiser geht es freilich nicht ab am Wolfgangsee, und die Österreicherin Vogtenhuber hat da ihren ganz eigenen Umgang: Sie lässt die Untertanen auf die Ankunft ihres Monarchen warten, der schon im Sarg liegt. Fähnchenschwenkend stimmt die Gesellschaft die Kaiserhymne an: "Gott erhalte Franz den Kaiser". Die Bitte wird erhört, und der betagte Regent (Benedikt Florian Schörnig) betritt von hinten die Bühne. Flugs wird ein neues Lied angestimmt: "Auferstanden aus Ruinen".
Für die Regisseurin hat das nichts mit Ostalgie zu tun; es ging ihr lediglich um die erste Textzeile der DDR-Hymne, sagt sie. Ihre Landsleute würden eine "gewisse Kaiserverehrung" pflegen: "Der wird immer wieder aus der Kiste geholt." Vogtenhuber zeigt das auf sehr launige Weise, die das Premierenpublikum mit Lachen und Szenenapplaus honorierte.