
Mi, 07.09.11, 10.00 Uhr Anhaltisches Theater Dessau Do, 22.09.11, 19.30 Uhr Neue Bühne Quedlinburg Wiederaufnahme Mo, 26.09.11, 10.00 Uhr Kammerbühne Halberstadt entfällt Do, 13.10.11, 10.00 Uhr Kammerbühne Halberstadt Fr, 28.10.11, 19.30 Uhr Kammerbühne Halberstadt Mi, 02.11.11, 10.00 Uhr Neue Bühne Quedlinburg entfällt Mo, 28.11.11, 10.00 Uhr Neue Bühne Quedlinburg Mi, 25.01.12, 10.00 Uhr Kammerbühne Halberstadt Restkarten Mi, 25.01.12, 13.00 Uhr Kammerbühne Halberstadt geschlossene Vorstellung Di, 31.01.12, 10.00 Uhr Neue Bühne Quedlinburg Do, 23.02.12, 10.00 Uhr Kammerbühne Halberstadt geschlossene Vorstellungausverkauft
Inszenierung Rosmarie Vogtenhuber Ausstattung Bianca Fladerer Klamm Benedikt Florian Schörnig
Ein Lehrerschicksal wurde am Nordharzer Städtebundtheater zur Paraderolle für einen Schauspieler. Für 80 Minuten nahm Benedikt Florian Schörnig das Publikum in der Halberstädter Kammerbühne bei "Klamms Krieg" gefangen. Vier Minuten intensiver Beifall für ihn und Regisseurin Rosmarie Vogtenhuber.
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Halberstadt verhandelt "Klamms Krieg" als Anliegen, das die ganze Gesellschaft angeht. Also mehr als die 30 Plätze in einer Schulklasse. In der Kammerbühne waren zusätzlich Stühle gestellt, der Klammsche Monolog fand vor neutraler Kulisse mit anschließendem Publikumsgespräch statt (Ausstattung: Bianca Fladerer), setzte ganz auf die Kraft des Wortes (Dramaturgie: Sylvia Sarnow) und damit den Spieler der Zustimmung wie der Kritik eines gesamtgesellschaftlichen Publikums aus. Eine große Rolle für Benedikt Florian Schörnig. Denn dieser Lehrer Klamm ist mehr als nur ein Ekelpaket, dem sich die Schüler verweigern, weil er einen Abiturienten in den Selbstmord getrieben hat. Er verweigerte ihm den rettenden Punkt in Deutsch, gibt ihm nur fünf statt der notwendigen sechs Punkte. Konnte er ahnen, dass sich dieser Sascha gleich aufhängen würde? Der neue Leistungskurs verlangt in einem Brief eine öffentliche Entschuldigung vor den Schülern und dem Lehrerkollegium. Wofür? Nun gut – wenn die Schüler nach Krieg verlangen, sollen sie ihn bekommen!
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Hier hat Kai Hensel ein nachdenkenswertes, bitter-trauriges Stück geschrieben, das den Protagonisten in seiner Größe und seinen unüberwindlichen Grenzen zeigt. Die Ambivalenz der Kunstfigur Klamm ist es, die die Zuschauer in den Bann zieht. Mit Blick auf die Schulmassaker von Erfurt und Winnenden und auch dem Wissen, dass der Vater des süddeutschen Attentäters just an dem Tage, als die Halberstädter Aufführung stattfand, für seine Verantwortung und Mittäterschaft verurteilt wurde. Regisseurin Rosmarie Vogtenhuber setzte ganz auf Klarheit, auf kammerspielartige Feinheit des Spiels bei größter Assoziationskraft der Bühne.Hans Walter Volksstimme Halberstadt, 14.2.2011
Rosmarie Vogtenhuber hat Kai Hensels eindringliches Schauspiel für das Nordharzer Städtebundtheater auf die Bühne gebracht, und Benedikt Florian Schörnig überzeugt als prinzipientreuer Pädagoge, der an seinem "pädagogischen Eros", wie er es nennt, scheitert.
Rita Kunze Mitteldeutsche Zeitung Quedlinburg, 14.02.11