Trüffelschweine
Ein Jugendstück von Kristo Šagor
Ein Wohnwagen wird zur Festung. Saskia ist 18 und fühlt sich vom Leben benachteiligt. Das schürt ihren Hass auf die 15jährige Rike aus wohlhabender Familie. Sie entführt und fesselt sie, um den Vater zu erpressen, der Saskias Freund wegen Vandalismus angezeigt hat. Doch der Plan geht nicht auf: niemand scheint sich um das wohlbehütete Scheidungskind zu sorgen. Dagegen wird Saskia vom Verhalten ihrer Mutter, die sie längst schon abgeschrieben hat, überrascht. Die Extremsituation, in der die scheinbar unvereinbaren Gegensätze der beiden Mädchen aufeinander prallen, sprengt die falschen Vorstellungen und Vorurteile übereinander und über ihre Bindungen auf. Sie lernen sich in ihrer Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung neu kennen und positionieren. Ein Thriller für Teenager, bei dem sich das Täter-Opfer-Schema zugunsten einer leidenschaftlichen Suche nach der eigenen Identität aufhebt.
Termine
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| Mi, |
05.05.10, |
10.00 |
Uhr |
Neue Bühne Quedlinburg
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| Sa, |
08.05.10, |
19.30 |
Uhr |
Kammerbühne Halberstadt
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| Fr, |
17.09.10, |
19.30 |
Uhr |
Kammerbühne Halberstadt
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Karten |
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| So, |
26.09.10, |
18.00 |
Uhr |
Neue Bühne Quedlinburg
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Karten |
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| Di, |
05.10.10, |
10.00 |
Uhr |
Neue Bühne Quedlinburg
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Karten |
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| Mi, |
13.10.10, |
10.00 |
Uhr |
Kammerbühne Halberstadt
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Karten |
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| Do, |
28.10.10, |
19.30 |
Uhr |
Neue Bühne Quedlinburg
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Karten |
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| Mi, |
10.11.10, |
10.00 |
Uhr |
Kammerbühne Halberstadt
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Karten |
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| Di, |
23.11.10, |
10.00 |
Uhr |
Neue Bühne Quedlinburg
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Karten |
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| Do, |
25.11.10, |
19.30 |
Uhr |
Kammerbühne Halberstadt
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Karten |
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| Do, |
27.01.11, |
10.00 |
Uhr |
Kammerbühne Halberstadt
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Karten |
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| Di, |
22.02.11, |
10.00 |
Uhr |
Neue Bühne Quedlinburg
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Karten |
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| Do, |
24.03.11, |
19.30 |
Uhr |
Kammerbühne Halberstadt
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Karten |
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| Do, |
14.04.11, |
19.30 |
Uhr |
Neue Bühne Quedlinburg
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Karten |
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Besetzung
Fotos













Pressestimme: Auf einer pubertären Achterbahn-Fahrt
Mitteldeutsche Zeitung Quedlinburg
Jugendstück mit viel Beifall von Altersgefährten.
VON UWE KRAUS QUEDLINBURG/MZ - Genüsslich lässt die Eine der Anderen die Spucke ins Gesicht tropfen, das JugendStück "Trüffelschweine" will nicht gefallen, sondern brachial zeigen, wie zwei Mädels die Achterbahn pubertärer Gefühie entlangrausehen. Da wird nichts beschönigt, der Zuschauer erlebt Zickenkrieg pur, auf Backpfeifen folgen fast zärtliche Umarmungen. Ein alter Campingwagen (Ausstattung Susanne Bachmann) steht irgendwo im Dickicht, mit Kreide steht das Wort WALD hinter die selten geöffnete Tür geschrieben. Ein idealer Ort, um eine Geisel festzuhalten. Der Abrisskalender zeigt, hier leben zwei auf engstem Raum über Tage beieinander und hoffen. Ihre Gemütslage springt von Frust, Stress, Trauer, Erwartung auf Freudeo Auf engstem Raum kulminiert das, was sich seit langer Zeit auf die Seele gepackt hat, zu einem Schiagabtausch ganz besonderer Art; verletzend, böse, inti.nl und doch hilflos. Saskia (18) aus einfachen Verhälinissen, die Mutter jobbt nachts an der Tanke, und das Scheidungskind Rike (15) reflektieren über Familie, Freundschaft und junge Liebe. Sie befinden sich im emotionalen Ausnahmezustand. Und sie schenken sich nichts. Saskia verschluckt den Schlüssel für ihre Behausung auf Zeit, Rike füllt sie mit kalten Büchsenravioli ab, um ihn auf natürlichem Weg wiederzuerlangen. Es geht Saskia nicht vorrangig um Geld. Mit der Entführung will Saskia Rikes Vater erpressen, damit der die Strafanzeige gegen Thorsten, ihren kriminelien Freund, zurückzieht. Doch niemand schert sich um die Forderung. Plötzlich erlebt der Zuschauer ganz ähnliche Positionen der Teenis: "Für seine große Liebe muss man doch alles tun", denkt Saskia. Rike, deren Vater sich weigert, die Strafanzeige gegen Torsten zurückzuziehen, meint: "Für seine Tochter muss man doch alles tun", Pubertär die Gefühle, die Saskia und Rike durchleben, die Dialoge und ziemlich erwachsenen-fern auch ihre Sprache. Julia Siebenschuh als nicht dumme Tochter Saskia und Susanne Rösch als die nun scheinbar wohlbehütete Rike fühlen sich tief in das Leben der fast ein Jahrzehnt jüngeren Figuren ein. Mit ganzem Körpereinsatz fügen sie sieb fast masochistisch körperliche und seelische Schmerzen zu. Sie hocken förmlich aufeinander, zelebrieren ein bizarres Kammerspiel mit großen Tönen. Ihr intensives Spiel, Rösch dabei noch leicht ausdrucksstärker als ihre Mitdarstellerin, füllt die für 75 Minuten nicht allzu üppige Handiung des Einander-ausgeliefert-Seins zwischen Mini-Klo, Gießkanne und durchgelegener Couch. Während die bei den Unglücklichen in ihrer Enge auf der Suche nach Wärme sind, begibt sich parallel ein Radioreporter auf die Suche nach dem kältesten bewohnten Punkt der Welt. Letzteren (Arnold Hofbeinz) hört man nur, Thorsten erscbeint mit weiteren Komparsen in einem Video, das, bis hin zu Unterwasseraufnahmen ziemlich aufwendig produziert, Erinnerungen illustriert und flottes Jugendleben vorspielt. Dazwischen werden von Saskia und Rike "Filmchen gemacht", mit denen erpresst wird. Der anwesende Autor Kristo Sagor, für den die Inszenierung von Sebastian Wirnitzer die sechste seines Stückes ist, die er sich ansah, schien mit der Regie-Arbeit durchaus zufrieden.
Am Ende fließt wieder Alkohol, Rike und Saskla sind entfesselt und sich vorerst ein Stück näher. Doch losgeworden sind sie ihre Fesseln nicht. Ihr Fazit: "Sie halten dir einen Trüffel hin, und du rennst los, gierig und unglücklich, aber kriegst nicbts ab. So ist das da draußen."
Das Premierenpublikum, mit einer Schulklasse auf ZielgruppenAlter- Durchschnitt gebracht, kiatschte viel Beifall. Vielleicht funktioniert die Welt vor der Campingwagen- Tür wirklich so.
Pressestimme: Im Mikrokosmos Wohnwagen verändern sich Mädchenwelten
Volksstimme Halberstadt
Von Helmut Rohm Quedinburg.
Am Ende nehmen sie sich in die Arme, mehr Versöhnung, wohl weniger optimistisches Happy End. Die Lebenswege von Saskia (18) und Rike (15) haben sich gekreuzt und auf dramatische Weise mehr und mehr miteinander verknüpft.
Nur vom Sehen aus der Schule kennen sie sich. Nun hat Saskia (Julia Siebenschuh) die Rike (Susanne Rösch) in den einsamen Wohnwagen ihrer Oma (Ausstattung Susanne Bachmann) entführt und gefesselt. Ziel ist die Erpressung von Rikes Vater. Er hat Saskias Freund Torsten beim Einbruch und' der Verwüstung in seiner Wohnung erwischt und ihn bei der Polizei angezeigt. Saskia fürchtet, dass ihr schon vorbestrafter Torsten in den Knast muss.
Im engen, spärlich eingerichteten Wohnwagen prallen völlig unterschiedliche Lebensphilosophien und -erfahrungen der beiden aus ebenso verschiedenen sozialen Schichten stammenden Mädchen aufeinander. -Regisseur Sebastian Wirnitzer lässt den Zuschauer deren Auseinandersetzungen brutal, sowohl deftig verbal als auch spürbar körperlich, hautnah erleben. Es geht turbulent zu. Zwischendurch wird dann Saskia von Rike gefesselt.
Scheinbar unüberbrückbar sind die Widersprüche des vermeintlich wohlbehüteten und sozial gesicherten Scheidungskindes Rike und der mit einer alleinerziehenden Mutter lebenden Saskia. Aber vieles sind eben nur Schein und Vorurteile, wie die beiden schmerzlich erfahren. In immer wieder von Brüchen und Stimmungswechseln aus Hoffnungslosigkeit heraus entstehenden Dialogen kommen sie sich zaghaft näher, versuchen sich mehr und mehr zu verstehen.
So viel habe sie über sich noch nie jemandem erzählt, stellt, wohl selbst überrascht, Saskia fest. Sie erfahren, ganz auf sich gestellt und von der Außenwelt völlig abgeschottet, viel voneinander ~ über die Liebe, über Freunde und Freundschaft, über familiäre Befindlichkeiten ... Da werden hier und da menschliche Leberisdefizite sichtbar. Eigene Lebensauffassungen werden infrage gestellt. Die beiden Schauspielerinnen stellen auch diesen allmählichen Annährungsprozess überzeugend dar. Mal total ausgelassen, urplötzlich zu Tode betrübt - nicht nur pubertäres Verhalten.
Es ist wie eine Reise mit Hindernissen, die es zu bewältigen gilt. Akustisch symbolhaft werden von Zeit zu Zeit RadioReiseberichtkom: mentare eingespielt. Optische Unterstützung erhält der Zuschauer durch Video sequenzen der handelnden Personen in unterschiedlichen Situationen. Regisseur Wirnitzer verzichtet aber trotz des Ernstes sowie der Aktualität dieser Extremsituation nicht auf Elemente, die beim Zuschauer Schmunzeln oder Lachen hervorrufen.
Die dramatische Zuspitzung und höchste Enttäuschung erleben die Mädchen, als sie vergeblich auf Zeichen und Reaktionen von außen hoffen. Rikes Vater, trotz Brief, Telefonanruf und Hilfe erbittender Videobotschaft, auch von der Tochter, reagiert überhaupt nicht. Das trifft Rike schmerzlich. Susanne Röschs nahegehendes Spiel macht den Zuschauer betroffen. Nach einem mehr aus einer fixen Idee entstaildenen Video an Saskias Mutter mit der von ihr eigentlich unerfüllbaren Forderung nach 5000 Euro bringt diese das Geld auf. Saskia ist total überrascht, versteht die Welt nicht mehr. Familiäre Sichten stellen sich für die beiden Mädchen neu. Sie stellen auch fest, dass sie beide manches verbindet. Ob daraus eine Freundschaft ent ·stehen kann, bleibt offen.
So wie die berühmten Trüffelschweine - im übertragenen Sinn - denen man etwas Tolles zum Schnuppern und Aufspü. ren anbietet, ohne dass sie es selbst bekommen, fühlen sich wohl Saskia und Rike auf der Suche nach , Liebe, Anerkennung und Toleranz. Da dazu aber mehrere Partner gehören, ist "Trüffelschweine" ein aktu- · eIles Jugendstück - aber eben nicht nur für Jugendliche.
Pressestimme: Eine Woche der unbequemen Wahrheiten
nachtkritik.de
von Theodor Einspruch
Die Jugend hat so ihre eigenen Gesetze. Die Zeit der Reife ist geprägt vom Suchen und Finden. Aber selbst wenn man die Pubertät hinter sich gelassen hat, geht die Erfahrung natürlich weiter. Was man dann aber bisweilen findet, kann mitunter sehr kühl sein, auch wenn dort gerade die Sonne aufgeht.
Am 29. Januar 2010 hatten die „Trüffelschweine“ am Nordharzer Städtebundtheater ihre Premiere. In Anwesenheit des Autors Kristo Sagor führte Regisseur Sebastian Wirnitzer in der restlos ausverkauften Neuen Bühne in Quedlinburg das für jugendliche Zuschauer konzipierte Stück, zu einem großen Erfolg – gerade auch, weil es alle Generationen anzusprechen vermag. In rührender Naivität entführt die etwas ältere Saskia ( Julia Siebenschuh ) die quirlige Rike ( Susanne Rösch ). Eine Tochter aus sehr betuchtem aber gar nicht so gutem Hause. Doch statt ein Lösegeld zu verlangen, wird etwas Anderes erpresst: die Zurücknahme einer Polizeianzeige. da Saskias Freund Torsten bei einer großen Zerstörungsorgie in der Wohnung von Rikes Vater erwischt worden ist. Und das war es eigentlich auch schon. Doch Mitnichten. Nun entspannt sich ein Geflecht von unterdrückten Gefühlen, Hoffnungen, Enttäuschungen, Wünschen und Ängsten. Das Bühnebild von Susanne Bachmann gefällt auf Anhieb. Der weit geöffnete Blick auf das Innere eines Wohnwagens und deren Insassen, der gleichsam als Versteck und als Gefängnis dient, ist mit viel Symbolik ausgestattet. In der Farbwahl der Wände erstreckt sich die Hoffnung der Jugend, die ihr eigen sein sollte, obschon die Kälte der Witterung und der Gesellschaft sich am Fenster in einigen Schlieren niederschlägt. Die Situation zwischen Entführer und Geisel scheint erst einmal klar zu sein, ist es aber in Wirklichkeit nicht, da beide mehr verbindet als trennt. Das spiegelt sich in leidenschaftlichen Dialogen, die im gelungenen Rhythmus von Tragik, Wut und Komik wiedergegeben werden und dabei den Protagonisten viel Raum geben, um die Figuren zu formen. Gefesselt, geradezu verpuppt und mit Decken eingehüllt schälen sich pö a pö die Persönlichkeiten heraus. Durch eine gewollte Tat wird das mobile Haus im Wald, über Wiese und Wurstsalat zu einer Gefangenschaft des eigenen Bewusstwerdens und der geänderten Perspektive; mit einem sehr überschaubaren Ablaufdatum. Wirnitzer schafft durch eine unmoralisierende, straffe Inszenierung und seine sehr gute Schauspielerführung die Einfühlung des Publikums mit den handelnden Personen. Aber vor allen Dingen schaffen es die beiden Damen des Ensembles ihren Mädchen Würde zu verleihen, auch wenn bisweilen die „Haha’s“ und „Oho’s“ in übertriebener Wiederholung ein wenig aufgesetzt daher kommen. Man verzeiht es gern beim sichtlichen Spaß am Spiel. Gleichberechtigt auf der Bühne, zeigen Rösch und Siebenschuh ihr Können im Entwickeln der Figuren, um ihnen alsbald den Anstrich einer Revolution zu verleihen, die keine Gewalt in sich trägt, sondern vielmehr dem eigenen Werden einen Raum abverlangen möchte. Dies als Botschaft an die Außenwelt;. gehörig humorig mit einem Stich ins Herz. Julia Siebenschuh spielt rotzig, prollig den Part der gesellschaftlich Vernachlässigten und gewohnt Unterschätzten in einer Körperhaltung und Bekleidung an der Grenze des guten Geschmacks. Hingegen verkörpert Susanne Rösch ihre Figur eher hysterisch mit einer gehörigen Portion Lust am noch nicht sinnlich erlebten Leben, neben einer Allergie gegen alles weich gespülte in der Familie. Zwei unterschiedliche Personen, die irgendwann die Strickjacken wechseln, um weitere Facetten auszuloten.
Vor einer wackeligen Handkamera, die an Lars von Trier erinnert, zeigt sich im Close up ein leises Spiel, das Stille verlangt und gibt. Videosequenzen bilden beide als einsame Individuen in einer selbstvergessenen, tanzenden Masse ab. Das ist äußerst modern und sehr gut auf Film gebannt.
Man folgt den Personen recht gern, denn man merkt, welche Wahrheiten sich sodann behutsam aber auch gewaltig eröffnen werden. Dies ist dann zutiefst traurig aber auch überraschend erhellend, da Erwartungen nicht erfüllt werden – zu beiden Seiten.
Aus dem Kofferradio der Großmutter erklingt zwischenzeitlich ein seltsamer Reisebericht ( Stimme: Arnold Hofheinz ) eines Caravan steuernden Reporters, auf der Suche nach dem Was – auch – immer. Dieser verkühlt sich merklich auf der Fahrt gen Osten. Um fast hundert Grad sinkt die Temperatur. Und kocht doch nicht in Worten, da das Morgen ihm schon zum einem wahren Heute geworden ist. Ganz im Gegensatz zu den zwei Trüffelschweinen, die von dem Leben auf die Suche geschickt werden, nach Wärme, ja nach dem kleinen bisschen Glück, das für einige in einem Haus am See gipfeln könnte. Für Rike und Saskia aber nicht. Das ahnt man jedenfalls. Sie haben wohl anderes vor.
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