
David, Medizinstudent aus angesehenem Hause, verschickt ein Videoband, in dem er ankündigt, seine Eltern und sich selbst zu töten. Mari ist Erziehungswissenschaftlerin und hat ein Buch über Amokläufe an Schulen und ähnliche Gewalttaten Jugendlicher geschrieben, auf das David in seinem Video Bezug nimmt. Ins Sicherheitsbüro der Kripo-Zentralstelle gebracht, sieht Mari den Film, der parallel für den Zuschauer aus einer anderen Zeitebene im Live-Spiel entsteht. Das „Warum“ jener Taten ist unzureichend untersucht worden. Dafür gibt es Gründe, bleibt doch das Interesse für die menschliche Persönlichkeit vornehmlich auf den Status ihrer gesellschaftlichen Leistungs- und Anpassungsfähigkeit beschränkt. David stellt als Täter berechtigte Fragen und provoziert unbequeme, unpopuläre, von allen öffentlich gängigen abweichende Erklärungsversuche. Er zielt damit ins Herz gesellschaftlicher Selbstverständlichkeiten
Termine
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| Fr, |
27.01.12, |
19.30 |
Uhr |
Neue Bühne Quedlinburg
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Premiere |
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| So, |
05.02.12, |
18.00 |
Uhr |
Kammerbühne Halberstadt
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| Mo, |
13.02.12, |
10.00 |
Uhr |
Kammerbühne Halberstadt
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| Do, |
16.02.12, |
10.00 |
Uhr |
Neue Bühne Quedlinburg
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Restkarten |
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| Do, |
23.02.12, |
10.00 |
Uhr |
Neue Bühne Quedlinburg
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ausverkauft |
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| Do, |
01.03.12, |
19.30 |
Uhr |
Kammerbühne Halberstadt
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Karten |
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| Sa, |
24.03.12, |
19.30 |
Uhr |
Neue Bühne Quedlinburg
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Karten |
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| Di, |
27.03.12, |
10.00 |
Uhr |
Kammerbühne Halberstadt
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ausverkauft |
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| Do, |
03.05.12, |
10.00 |
Uhr |
Neue Bühne Quedlinburg
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Karten |
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| Do, |
10.05.12, |
10.00 |
Uhr |
Neue Bühne Quedlinburg
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ausverkauft |
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Besetzung
| Inszenierung | Arnold Hofheinz |
| Ausstattung | Susanne Bachmann |
| Video | Fritz Eichhorn |
| Mari | Julia Siebenschuh |
| David | Jörg Vogel |
Pressestimmen
Parallele Monologe
[...] Regisseur Arnold Hofheinz wehrt sich dagegen, seine zweite Inszenierung für das Nordharzer Städtebundtheater ein „Stück über Jugendgewalt, über Konflikte in Familie und Schule“ zu nennen. Er schickt seine Protagonisten aus „Die unterbliebenen Worte“ des Österreichers Rupert Henning zurück zu den Ur-Bedürfnissen aller: Zuwendung, Mitgefühl und Aufmerksamkeit sind es, die David, eindringlich dargestellt von Jörg Vogel, in seinem jungen Leben vermisst. „ich habe alle Ziele erreicht, die man mir gesteckt hat“, stellt der Medizinstudent aus gutem Hause fest. Seine erste Prüfung bestand er schon mit neun Jahren, als sein vielbeschäftigter Vater ihn mit einem hundertteiligen Flugzeug-Bausatz und den Worten „Ich seh’s mir an, wenn es fertig ist“ alleine ließ. „Mein Vater hat mir alles gegeben, nur nicht sich selbst“, sagt David, und er sieht in ihm den typischen Vertreter einer Gesellschaft, in der nur Leistung zählt und jeder draußen bleibt, der nicht in die Norm passt.
[...] Julia Siebenschuh hält stark dagegen als engagierte, empörte und entsetzte Erziehungswissenschaftlerin Mari Jókai.
[...] In dem von Susanne Bachmann geschaffenen Bühnenrau herrscht scheinbare Transparenz; die Mauern zwischen Beteiligten bleiben unsichtbar. Kommuniziert wird – zwangsläufig – über das Kommunikationsmittel unserer Zeit: Auf Bildschirmen finden Monologe statt.
Warum David zum Mörder wird, kann auch die bewanderte Wissenschaftlerin nicht erklären. Eine klare Antwort bleibt auch der Täter schuldig. Das Publikum ist aufgefordert, darüber nachzudenken.
Rita Kunze / Mitteldeutsche Zeitung
Kein Blickkontakt im Niemandsland der Bedeutungslosigkeit von Wörtern
[...] Der Verlag wirbt für das Stück mit "Ein konzentrierter Theaterabend aus dem Heute geschnitten". Schön wär's ja! Das ganze bleibt so unbefriedigend, weil zur Vermittlung der kargen Botschaft das technische Medium Video bis zum Abwinken genutzt wird. Und weil nichts von Belang verhandelt wird. David Weber spielt sich was mit der Kamera. Mari Jókai starrt wie gebannt auf den riesigen Bildschirm und taucht zudem noch im langen Vorlesungsvideo auf. Kein Blickkontakt vom einen zum anderen Zimmerchen der Akteure (im symbolhaften Bühnenbild von Susanne Bachmann, das beide doch als Teil eines Ganzen zeigt). Die beiden Darsteller sind vom Autor zu sturer Nichtbeachtung des anderen verurteilt.
Dabei waren Zwei-Personen-Stücke doch einmal für zwischenmenschliche Kontaktaufnahme, für spannungs- wie kunstvolle Auseinandersetzung wichtig. [...] Nicht im Niemandsland der Bedeutungslosigkeit von Wörtern.[...]
Hans Walter / Volksstimme